Motorsport made in Brandenburg

Gas geben ist nicht alles

Was macht der Rennfahrer, wenn er nicht gerade mit 250 km/h auf der Strecke ist? Unser Autor Michael Schulz hat den Piloten Mike David Ortmann vom Team BWT Mücke Motorsport am 18. Mai einen Tag lang bei den ADAC GT Masters begleitet.

 

8 Uhr: der Wecker klingelt

Während bei den meisten jungen Erwachsenen der Wecker am Wochenende gerne komplett ausgeschaltet wird, geht um 8 Uhr der Alarm des Smartphones von Mike David Ortmann los. Aus gutem Grund: Bei dem 19-Jährigen steht schließlich das zweite ADAC GT Masters Rennwochenende im tschechischen Most auf dem Programm. Als erstes checkt der Blumberger auf dem Handy, ob sich etwas im Zeitplan geändert hat und ob es neue Informationen von seinem Team gibt. Natürlich macht er auch einen kurzen Abstecher zu seinen Social-Media-Accounts – die Interaktion mit seinen Freunden und Fans ist ihm schließlich enorm wichtig. Im Anschluss springt der talentierte Nachwuchs-Pilot unter die Dusche, um so richtig wach zu werden, putzt sich die Zähne und schlüpft in seine Klamotten – das alles im Schnelldurchgang. Denn um 8.30 Uhr gibt es ein kleines Frühstück. Müsli und eine Banane – das war’s. Schon geht es um 9 Uhr los vom Hotel direkt zum Autodrom Most.

9.15 Uhr: Team-Meeting und Qualifying

Fünfzehn Minuten später umarmt Mike sein Team und bekommt die neuesten Informationen für den anstehenden Renntag. Ab 9.30 Uhr bereitet er sich intensiv auf das bevorstehende Qualifying vor – Körper und Geist werden mit Seilspringen und Fußballspielen mit den Teamkollegen geweckt. Eine Stunde später landet der Berliner im Qualifying auf Rang 13. „Da geht noch mehr“, weiß der ehrgeizige Mücke-Pilot, der sich einen Audi R8 LMS mit dem ehemaligen Formel-1- und DTM-Piloten Markus Winkelhock teilt. Doch davor stärkt er sich erst einmal beim Mittagessen und hört eine Runde Musik. „Dabei kann ich herrlich entspannen. Am liebsten höre ich Hip-Hop und das, was gerade in den Charts läuft“, verrät er.

12.25 Uhr: Pitwalk und Fans

Mike absolviert den Pitwalk und nimmt sich Zeit für seine Bewunderer. Er unterschreibt zahlreiche Autogrammkarten und Poster. Eine gute halbe Stunde später zieht sich der 19-Jährige noch einmal zurück. Ab jetzt heißt es volle Konzentration auf das Rennen! Nach einer Stunde zieht er den Reißverschluss seines Anzuges hoch, setzt sich erst seine feuerfeste Haube auf, dann den Helm. Bevor er in das Auto steigt, schlüpft er noch in die Handschuhe.

14.10 Uhr: Startaufstellung

Die Boxenampel schaltet auf Grün und Mike fährt den kfzteile24 Audi mit circa 585 PS unter der Haube in die Startaufstellung. Danach steigt er noch mal aus dem Wagen der Startnummer 25 und macht einen Zwischenstopp bei den Toiletten. Bei der Präsentation der Fahrer wenig später jubeln die Fans – ein Foto hier, ein Foto da, Mike ist gefragt. Im Anschluss geht es endlich los! Der Blumberger steigt in sein Auto und fährt zunächst die Einführungsrunde und gibt dann Vollgas beim Samstagrennen. Gleich zu Beginn fährt er auf Platz sieben vor und übergibt auf dieser Position nach der Hälfte des Rennens an seinen Teamkollegen. Mike verfolgt gespannt das restliche Rennen auf Monitoren in der Box. Am Ende landen die beiden auf einem guten achten Rang. „Es ist einfach die stärkste GT3 Rennserie der Welt, mit den besten Piloten und mit allen Werksfahrern, die Rang und Namen haben. Deshalb ist es hervorragend, wenn wir da halbwegs vorne mitfahren können. Ich bin zufrieden mit dem Rennen“, bilanziert der 19-Jährige.

16 Uhr: Renn-Analyse im Team

Jetzt findet die Analyse und Auswertung der Daten mit seinem Team und seinen Ingenieuren statt und danach bereiten die Mechaniker und Ingenieure den Wagen schon auf den nächsten Tag vor. Ab 17.30 Uhr gibt es Abendessen und Mike postet fleißig auf Instagram. Eine halbe Stunde später steht das Teammeeting inklusive Fahrerbesprechung an. Jeder Fahrer gibt sein Feedback zum Auto. Dann werden noch gemeinsam Videos vom Rennen gesichtet.

20.30 Uhr: Feierabend

Mike kann sich in seinen wohlverdienten Feierabend verabschieden – ein langer Renntag neigt sich dem Ende. Im Hotel angekommen wird erst einmal der Fernseher eingeschaltet. „Das tut gut, um auf andere Gedanken zu kommen. Aber um 22 Uhr mach ich das Licht aus, damit ich noch genug Schlaf abbekomme und morgen wieder richtig durchstarten kann“, offenbart der Blumberger. Diese Disziplin wird sich am nächsten Tag mit Platz fünf im Rennen bezahlt machen. Als bester Junior Fahrer steht er sogar ganz oben auf dem Siegertreppchen – das bisher beste Ergebnis von Mike in der ADAC GT Masters.

Text und Fotos: Michael Schulz

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